ClickCease CVSS v4.0 beherrschen: Grundlegender Leitfaden für Cybersicherheitsexperten

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Der Übergang zu CVSS v4.0 – Was Sie wissen müssen

Artem Karasev

29. November 2023 - Senior Produktmarketing-Manager

Das Forum of Incident Response and Security Teams (FIRST) hat offiziell die Version 4.0 des Common Vulnerability Scoring System (CVSS) veröffentlicht. Diese neue Version kommt vier Jahre nach der Veröffentlichung von CVSS v3.1. Es stellt eine bedeutende Weiterentwicklung des Standards zur Bewertung des Schweregrads von Cybersicherheitsschwachstellen dar. In diesem Blogbeitrag werden wir die wichtigsten Unterschiede zwischen CVSS v4.0 und seinem Vorgänger untersuchen und hervorheben, wie sich diese Änderungen auf die Schwachstellenbewertung und -verwaltung auswirken. 

Grundlegendes zu CVSS

 

Das Common Vulnerability Scoring System ist ein grundlegendes Framework, das eine standardisierte Methode zur Bewertung des Schweregrads von Sicherheitslücken in Software bietet. Seine Hauptaufgabe besteht darin, eine konsistente und objektive Methode zur Bewertung der Auswirkungen der Schwachstellen zu etablieren. CVSS tut dies, indem es die Hauptattribute einer Schwachstelle bewertet, einschließlich ihrer Ausnutzbarkeit, der Auswirkungen auf die Systemintegrität, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit sowie der für die Ausnutzung erforderlichen Berechtigungen. Diese Faktoren werden kombiniert, um eine numerische Bewertung zu generieren, die den Schweregrad der Sicherheitsanfälligkeit widerspiegelt. Diese Bewertung kann dann verwendet werden, um Reaktions- und Minderungsmaßnahmen zu steuern und zu priorisieren.

 

Einschränkungen von CVSS v3.1 

 

CVSS v3.1 wurde im Juni 2019 veröffentlicht und konzentrierte sich auf die Klärung und Verfeinerung der Richtlinien aus Version 3.0, anstatt wesentliche Änderungen am Bewertungssystem selbst vorzunehmen. Eine der größten Herausforderungen war die Komplexität des Scoring-Systems, die oft zu Fehlinterpretationen durch Cybersicherheitsexperten führte. Diese Komplexität führte dazu, dass verschiedene Personen oder Organisationen die gleichen Sicherheitsprobleme inkonsistent bewerteten. 

Ein weiteres wesentliches Problem war die Unfähigkeit des Systems, den spezifischen Kontext einer Organisation vollständig zu berücksichtigen. Faktoren wie die einzigartige Umgebung, die Infrastruktur oder die spezifischen Auswirkungen einer Schwachstelle wurden bei der Bewertung nicht immer angemessen berücksichtigt, was zu Bewertungen führte, die in bestimmten Szenarien nicht immer mit den tatsächlichen Risiken übereinstimmten. CVSS v3.1 hatte auch Schwierigkeiten, bestimmte Arten von Schwachstellen effektiv zu bewerten, insbesondere solche, die sich auf Operational Technology (OT) und Internet of Things (IoT)-Geräte beziehen.

Diese Herausforderungen verdeutlichten die Notwendigkeit eines anpassungsfähigeren und kontextsensitiveren Bewertungssystems. Dies führte zur Entwicklung von CVSS v4.0, das darauf abzielte, diese Mängel zu überwinden und eine umfassendere und relevantere Bewertung von Schwachstellen zu ermöglichen.

Abbildung 1: CVSS v3.1 im Vergleich zu CVSS v4.0. Dank an Patrick Garrity

 

Was ist neu in CVSS v4.0

 

CVSS v4.0 ist nicht nur ein inkrementelles Update. Es handelt sich um eine umfassende Überarbeitung, die entwickelt wurde, um die Herausforderungen und Einschränkungen von CVSS v3.1 zu bewältigen. Hier sind die wichtigsten Neuerungen:

  • CVSS v4.0 zielt darauf ab, Inkonsistenzen bei Schwachstellenbewertungen zu reduzieren, die in früheren Versionen üblich waren, als verschiedene Bewerter die Auswirkungen einer Schwachstelle unterschiedlich interpretieren konnten, was zu unterschiedlichen Bewertungen führte. Durch die Bereitstellung klarerer Richtlinien zielt die neue Version darauf ab, diese Unklarheiten zu beseitigen und einen einheitlicheren und konsistenteren Ansatz für die Bewertung über verschiedene Bewerter hinweg zu gewährleisten.
  • CVSS v4.0 verbessert die Details in seinen Basismetriken und ermöglicht eine präzisere Bewertung von Schwachstellen. Anders als beispielsweise CVSS v3.1, wo eine Schwachstelle einfach als "gering" eingestuft werden kann, bietet CVSS v4.0 eine tiefergehende Analyse. Es unterteilt Schwachstellen in spezifischere Unterkategorien, wie z. B. die Komplexität des Exploits und den Grad der erforderlichen Benutzerinteraktion. Dieser Ansatz führt zu einer nuancierteren und genaueren Bewertung jeder Schwachstelle.
  • In der vorherigen CVSS-Version waren die temporalen Metriken komplex und erforderten oft subjektive Urteile über die Zuverlässigkeit von Exploit-Code und das Vertrauen in Schwachstellenberichte. In CVSS v4.0 wurden diese Metriken, die die Aspekte einer Schwachstelle widerspiegeln, die sich im Laufe der Zeit entwickeln, gestrafft. Sie sind jetzt in der Kategorie "Bedrohung" gruppiert, wobei der Schwerpunkt auf der Metrik "Exploit Maturity" liegt. Diese Umstrukturierung vereinfacht den Prozess der Schwachstellenbewertung und verringert die Abhängigkeit von subjektiven Bewertungen.
  • CVSS v4.0 verwendet eine klare und explizite Scoring-Nomenklatur, die Kombinationen aus Base (CVSS-B) Score, Base + Threat (CVSS-BT) Score, Base + Environmental (CVSS-BE) Score und Base + Threat + Environmental (CVSS-BTE) Score umfasst. Dieses neue System löst das Problem, dass man sich bei der Risikobewertung ausschließlich auf den CVSS-Basisscore verlässt. Es trägt dazu bei, die Wirksamkeit von Risikobewertungen zu verbessern, indem spezifische Sicherheitsanforderungen verschiedener Umgebungen und das Vorhandensein von kompensierenden Kontrollen berücksichtigt werden.
  • In der neuen Version erweitert CVSS seinen Anwendungsbereich, um OT-Umgebungen (Operational Technology), industrielle Steuerungssysteme und IoT-Geräte (Internet of Things) effektiver abzudecken. Diese Erweiterung der Anwendbarkeit ist vor allem auf die Einführung einer neuen Sicherheitsmetrik zurückzuführen. Diese Metrik bewertet insbesondere die potenziellen Auswirkungen auf die physische Sicherheit des Menschen, wenn eine Schwachstelle ausgenutzt wird, und hebt die realen Folgen von Sicherheitsverletzungen in diesen Umgebungen hervor.
  • CVSS v4.0 führt die neue Supplemental Metric Group ein, die tiefere Einblicke in verschiedene zusätzliche Merkmale einer Schwachstelle bietet. Diese Merkmale haben keinen Einfluss auf den endgültigen CVSS-HdO-Wert, sind aber dennoch für eine vollständige Bewertung von entscheidender Bedeutung. Die zusätzlichen Metriken sind:
  • Sicherheit: Diese Metrik bewertet das potenzielle Risiko für die physische Sicherheit von Menschen, wenn die Schwachstelle ausgenutzt wird.
  • Automatisierbar: Es bewertet die Machbarkeit der Automatisierung des Ausnutzungsprozesses der Schwachstelle über mehrere Ziele hinweg.
  • Wiederherstellung: Diese Metrik konzentriert sich auf die Bewertung der Widerstandsfähigkeit eines Systems und seiner Fähigkeit, sich nach der Ausbeutung zu erholen.
  • Wertdichte: Sie misst die Wichtigkeit oder den Wert der Ressource, die von der Schwachstelle betroffen ist.
  • Aufwand für die Reaktion auf Sicherheitslücken: Diese Metrik schätzt die Menge der Ressourcen und des Aufwands, die erforderlich sind, um die Schwachstelle zu beheben und zu beheben.
  • Dringlichkeit des Anbieters: Dazu gehört eine zusätzliche Bewertung durch den Anbieter, die sich auf die Dringlichkeit der Behebung der Schwachstelle konzentriert.

Die neueste Version des CVSS-Rahmenwerks unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden Bewertung, die über grundlegende Indikatoren hinausgeht. Es betont die Notwendigkeit, sowohl Bedrohungs- als auch Kontextmetriken zu integrieren, die für die genaue Bewertung der Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwachstelle ausgenutzt wird, und für das Verständnis des Ausmaßes ihrer potenziellen Auswirkungen auf eine bestimmte Umgebung von entscheidender Bedeutung sind. Um den Schweregrad einer Schwachstelle in jedem einzelnen Szenario genau zu bestimmen, wird empfohlen, alle relevanten Metriken zu berücksichtigen.

 

Implikationen für die Branche

 

Es wird erwartet, dass CVSS v.4.0 Cybersicherheitsexperten erheblich beeinflussen wird, indem es die wichtigsten Probleme und Einschränkungen der aktuellen Version 3.1 anspricht. Mit seiner verbesserten Klarheit, Flexibilität und genaueren Darstellung realer Risiken wurde CVSS v.4.0 entwickelt, um Unternehmen dabei zu helfen, Schwachstellen effektiver zu priorisieren und Ressourcen zur Risikominderung zuzuweisen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Anpassung an diesen neuen Standard sowohl Zeit als auch Ressourcen für die Anpassung der Systeme und die Schulung des Personals erfordern kann.

Zusammenfassung
CVSS v4.0 beherrschen: Grundlegender Leitfaden für Cybersicherheitsexperten
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CVSS v4.0 beherrschen: Grundlegender Leitfaden für Cybersicherheitsexperten
Beschreibung
Entdecken Sie die wichtigsten Updates in CVSS v4.0 für mehr Cybersicherheit. Erfahren Sie mehr über neue Metriken, OT/IoT-Auswirkungen und wie Sie sich an diesen Wandel anpassen können.
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